22.01.2016

«Auch Führungs­kompetenzen muss man weiterentwickeln»

Roman Probst führt die Translation-Probst AG mit mittlerweile 29 Voll- und Teilzeitangestellten. Bei der Leitung seines Teams setzt er auf Offenheit und Transparenz. Besonders wichtig ist ihm die Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn dadurch entsteht eine Win-win-Situation.

Vor etwas mehr als zehn Jahren startete Roman Probst sein Unternehmen im Alleingang und arbeitete zu Hause in einem improvisierten Büro. Er steckte damals – nach jahrelanger Tätigkeit in der Reisebranche – noch mitten in seinem Studium Journalismus und Organisationskommunikation. «Mir wurde während dieser Weiterbildung klar, dass ich etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte», erklärt er. Und die Idee mit dem Übersetzungsdienst habe auf der Hand gelegen. «Zum einen war ich von Kindesbeinen an gewohnt, für meine gehörlosen Eltern die Gebärdensprache in Worte zu übersetzen, zum andern spreche ich fünf Fremdsprachen.» Heute beschäftigt das Unternehmen Translation-Probst AG 29 Angestellte und belegt an der Technoparkstrasse 3 in Winterthur eine Bürofläche von rund 500 Quadratmetern.

Stärken fördern

Bereits bei der Gründung war Roman Probst klar, dass sein Unternehmen wachsen soll. Die Anstellung des ersten Mitarbeiters folgte nach zwei Jahren. «Dies war ein Schritt, der viel Mut erforderte. Plötzlich trug ich nicht mehr nur die Verantwortung für mich selber, sondern musste einen Lohn sicherstellen», sagt der 43-Jährige. Als geborene Führungsperson bezeichnet er sich nicht. «Ich bin vielmehr ein Umsetzer, der gerne selber anpackt.»
Als dann aber weitere Angestellte folgten, wurde die Mitarbeiterführung zu einem zentralen Thema. «Es ist mir ein Anliegen, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so zu führen, dass sie ihre Stärken gezielt einsetzen können», erklärt er. Aus diesem Grund investiert die Translation-Probst AG viel in die Weiterbildung. «So können wir die hohe Qualität sicherstellen, und die Angestellten steigern ihren eigenen Marktwert. Dies ist eine Win-win-Situation.» Aber auch seine eigenen Führungskompetenzen fördert Roman Probst konsequent. So besucht er regelmässig Kurse, etwa zum Thema Konfliktmanagement. Hier habe er gelernt, Probleme zu strukturieren und tragfähige Lösungswege zu entwickeln.

Auch unangenehme Entscheide nötig

Besonders schwierig seien für ihn Führungssituationen, in denen die Geschäftsinteressen und die persönlichen Empfindungen nicht im Einklang stünden. «Dies kann beispielsweise vorkommen, wenn ich eine Person mag, diese aber die Leistung trotz Know-how-Vermittlung unsererseits nicht erbringen kann. Als Führungsperson kommt man dann nicht umhin, auch einmal eine unangenehme Entscheidung zu treffen.»
Seine Rolle als Führungsperson reflektiere er regelmässig. «Ich stelle mir immer wieder die Frage, in welchen Bereichen ich Defizite und Potenzial habe.» Bis zu einem Viertel seiner Arbeitsressourcen setzt Roman Probst für die Mitarbeiterführung ein. Dazu gehören unter anderem Teammeetings, Teamcoachings sowie institutionalisierte Einzelgespräche.

Raum bieten

Er sei nicht Chef, damit er bestimmen könne, wie es laufe. Vielmehr pflege er einen offenen Austausch. «Es soll alles auf den Tisch gebracht werden können», betont er. Er versuche stets, eine möglichst hohe Transparenz zu bieten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Ein wichtiges Ziel seiner Führungsarbeit sei, dass sich die Angestellten geschätzt fühlen und genügend Raum haben, sich zu entfalten. «Das war mir immer sehr wichtig, als ich noch angestellt war – und deshalb möchte ich auch meinen Mitarbeitern ein solches Arbeitsumfeld bieten.»

Quelle: ku Führungskompetenz | November 2015

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