15.06.2018

Häufige Fehler bei der Steuerung des Nettoumlaufvermögens

Working Capital Management bietet grosses Potenzial, enthält aber auch Stolpersteine. Die drei häufigsten Fehler im Umgang mit dem Working Capital sind:

1. Das WCM den einzelnen Funktionen überlassen

Eine grosse Herausforderung des WCM ist, dass es immer im Spannungsfeld verschiedener Funktions- und Unternehmensbereiche steht. Der Einkauf, der Vertrieb, die Logistik und das Controlling: Sie alle haben Einfluss auf das Working Capital – und sie alle verfolgen unterschiedliche Ziele. So ist zum Beispiel das primäre Ziel des Vertriebs die Umsatzmaximierung und die Servicequalität, der Einkauf ist im Wesentlichen an der Produktionsversorgung und an der Realisierung von Einsparungen interessiert und die Logistik an tiefen Lagerbeständen. Überlässt nun ein Unternehmen das WCM den einzelnen Funktionen, sind Zielkonflikte vorprogrammiert. Am Ende wird jener Bereich das Working Capital am stärksten beeinflussen, der am kräftigsten am Working-Capital-Strang zieht. Um dies zu vermeiden, müssen Unternehmen eine verbindliche funktionsübergreifende Strategie erarbeiten und umsetzen.

2. Beste Bonitäten nicht nutzen

Oft nutzen Unternehmen nicht die besten Bonitäten entlang der Supply Chain, um ihr Working Capital zu optimieren. Es ist aber wichtig, die Bonitäten zu analysieren und entsprechende Potenziale ausfindig zu machen. Je nachdem, ob das Unternehmen selbst, ein Lieferant oder ein Kunde die beste Bonität aufweist, stehen verschiedene sowohl bankenunabhängige als auch bankenabhängige Lösungen zur Verfügung.

3. WCM hat im Unternehmen nur Projektcharakter

In vielen Unternehmen hat WCM nur einen Projektcharakter, was zu folgendem Verhalten führt: Das Unternehmen stellt fest, dass das Working Capital unerwartet stark gestiegen ist. Die Alarmglocken läuten. In der Folge analysiert das Unternehmen die Zahlen, lanciert ein Projekt, setzt einen Verantwortlichen ein und setzt Massnahmen um. Sobald dann die WCM-Lösungen die gewünschten Resultate erzielt haben, widmet sich das Unternehmen wieder anderen Themen. Und der Kreislauf beginnt von vorn: Das Working Capital steigt wieder an, bis die Zeit für ein nächstes WCM-Projekt reif ist. WCM gehört daher als Dauerthema auf die Agenda.

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