08.09.2017

«Jedes Coaching ist eine wertvolle Erfahrung»

In Coachings können Start-ups zu Wissen gelangen und Kontakte knüpfen. Inwiefern artiazza als Gewinnerin von PostFinance-Arbeitsplätzen im startup space davon profitieren konnte, erklärt Mitgründerin Martina Bühler.

Frau Bühler, artiazza hat sich letztes Jahr bei PostFinance um kostenlose Arbeitsplätze beworben und gewonnen. Von Januar bis Juni haben Sie daher im startup space in Zürich-Schlieren gearbeitet. Wie kam es dazu und wie war die Zeit für Sie?

Es war eine sehr spannende Zeit. Ich habe zufällig auf Twitter gesehen, dass man Arbeitsplätze gewinnen kann. Als ich mich weiter informiert habe, war ich begeistert. Also habe ich eine Bewerbung abgeschickt. Wir haben uns riesig gefreut, als wir zum Pitch eingeladen wurden, und waren überglücklich, als wir erfahren haben, dass wir zwei Plätze gewonnen haben. Wir konnten in dem halben Jahr enorm viel profitieren. Unsere Ansprechsperson bei PostFinance hat vieles für uns in die Wege geleitet und uns wo immer möglich unterstützt.

Im Rahmen des Gewinns konnten Sie auch Coachings in Anspruch nehmen. Für welche haben Sie sich entschieden und was haben Sie Ihnen gebracht?

Wir haben am Marktplatz Coaching von PostFinance teilgenommen. Da gab es Stände zu verschiedenen Themen. Nach einer generellen Einführung ins Thema konnten wir konkrete Fragen stellen, die von erfahrenen Experten kompetent und ausführlich beantwortet wurden. Ausserdem konnten wir uns mit anderen Start-ups austauschen. Diese Coachingmöglichkeit können wir Firmengründern nur empfehlen. Im Rahmen des Gewinns kamen wir zudem in den Genuss eines besonderen Highlights – wir konnten an einem exklusiven Workshop mit fünf Spezialisten von PostFinance und der Post teilnehmen. Uns hat interessiert, wie wir vorgehen müssen, wenn wir international tätig sein wollen. Wir konnten vorab Fragen und Themen zusammenstellen und die top vorbereiteten Fachleute aus Logistik, Projektmanagement, IT und weiteren Bereichen lieferten auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Informationen. Das war eine grosse Bereicherung. Unter dem Strich war jedes Coaching eine wertvolle Erfahrung.

Sie haben in den sechs Monaten sicher viel gelernt. Welchen Tipp können Sie anderen Jungunternehmern geben?

Kurz gesagt: Seid offen, seid frech, seid fordernd. Redet mit allen über eure Idee, holt Feedback ein und knüpft Kontakte. Ein Netzwerk ist wichtig, wenn man Hilfe braucht, und es können auch Partnerschaften entstehen.

Die Arbeitsplätze waren von PostFinance gesponsert. Hatten Sie vorher schon Berührungspunkte?

Ja, wir waren bereits zufriedener PostFinance-Kunde. Zurzeit haben wir einfach das Geschäftskonto bei PostFinance. Weitere Dienstleistungen werden sicher dazukommen, sobald wir Bedarf haben. Im Moment sind wir für viele Lösungen einfach noch zu klein. Wir sind aber überzeugt, dass sich das bald ändern wird.

Wie geht es weiter mit artiazza? Die Zeit im startup space ist Ende Juni ja abgelaufen.

Unser Firmensitz ist in Luzern. Momentan sind wir aber viel draussen bei Kunden und holen Feedback ein. Wir sind sozusagen am Feinschliff unseres Angebots. Unser Ziel ist es, weiter organisch zu wachsen. Mit bald 100 Künstlern und über 500 einzigartigen Kunstwerken sind wir auf einem guten Weg. Und auch mit den Verkäufen sind wir sehr zufrieden. Wir hatten sogar schon einen internationalen Verkauf. Unser Fokus liegt derzeit aber auf der Schweiz. Wir entwickeln artiazza noch immer weiter. Neu kann man zum Beispiel Spezialanfertigungen bestellen. Und wir gehen verschiedene Wege, um unsere Zielgruppe zu erreichen. Beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit anderen Start-ups.

Das Start-up artiazza will einen freien Kunstmarkt erschaffen

Martina Bühler, Mitgründerin von artiazza, hat die Kunstplattform 2016 mit Armin Herbsthofer, Franziska Luginbühl und Alexandra Scherrer gegründet. Das Team verfolgt eine grosse Vision, es will sich von der hochpreisigen Kunstszene abheben und Newcomern eine Chance geben, ihre Werke unter die Leute zu bringen. Weltweit einzigartig dabei: Künstler profitieren von der Wertsteigerung ihrer Werke – und zwar ein Leben lang. Interessierte können sich Malereien, Fotografien oder Skulpturen im Wert von 50 und 1000 Franken online ansehen, Informationen über die Künstler beziehen und bei Gefallen direkt kaufen. www.artiazza.com